Krimdeutsche: von Katharina der Großen eingeladen, von Stalin nach Sibirien deportiert

Bis heute ist die Krim ein Vielvölkergebiet, in dem Angehörige von 125 Nationalitäten leben. Die Krimtataren sind inzwischen mit 12,1 % die drittgrößte Volksgruppe, nachdem sie 1988 rehabilitiert wurden und es eine starke Rückkehrbewegung aus den Deportationsgebieten in Zentralasien gab. Die absolute Mehrheit von 58,5 % der Gesamtbevölkerung sind Russen, 24, 4% Ukrainer. Zu nennen sind noch Weißrussen, Armenier, Juden, Moldawier, Polen, Aserbaidschaner, Koreaner und Usbeken.

Deutsche leben nur noch rund 2800 auf der Krim. Ihre Ansiedlung geht auf eine Einladung Katharina der Großen Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Nach der Zurückdrängung der Türken sollten die verwaisten Gebiete neu besiedelt werden. Da die Deutschen als tugendhaft und arbeitssam galten und als Schutz gegen erneute Angriffe der Türken dienen sollten, kamen sie in den Genuss zahlreicher Privilegien. Dazu gehörten Steuererleichterungen, Befreiung vom Militärdienst und Religionsfreiheit.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten sie allerdings ein ähnliches Schicksal wie die Wolgadeutschen und später die Krimtataren. Aus Angst vor Kollaboration mit der Deutschen Wehrmacht ließ Stalin 50 000 Krimdeutsche im August 1941 größtenteils nach Kasachstan deportieren.

Anders als die Krimtataren sind bis heute die wenigsten Krimdeutschen auf die Krim zurückgekehrt. Im Zuge der erleichterten Einreisebedingungen für so genannte Spätaussiedler zogen sie es vor, lieber nach Deutschland auszureisen.

(sk/mig/.rufo, Oktober 2009)

Kategorie: Allgemein, Aktualisiert am 20. Oktober 2009 von Redaktion | Anmelden